SPD-Fraktion stellt Prüfantrag zur Nutzung von Open Source-Software
Als einen „Startschuss“ versteht die SPD-Fraktion ihren Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Paderborn. Die Sozialdemokraten möchten die Verwaltung Möglichkeiten zum Umstieg von teuren Lizenzprodukten auf Open Source-Software prüfen lassen. „Der Einsatz teurer Betriebssysteme und Softwareprodukte lässt die Kosten seit Jahren steigen, die Abhängigkeit von Microsoft und Co. wird größer, die Anfälligkeit im Bereich Cybersicherheit ebenfalls“, erklärt Ratsherr Ulrich Koch die Beweggründe.
Am Ende der Prüfung solle ein Fahrplan für die Umstellung der IT-Infrastruktur stehen, heißt es in dem Antrag. „Wir sind uns bewusst, dass eine mögliche Transformation auf Open Source-Nutzung Anstrengungen und Einarbeitungen erfordert, sehen aber auch ein deutliches Einsparpotenzial bei den momentanen Lizenzkosten in Millionenhöhe“, so Koch.
Der Antrag der SPD-Fraktion beinhaltet unter anderem Fragen zu den eingesetzten Betriebssystemen und den Kosten für den (erweiterten und deutlich teureren) Support bei der Verwendung von noch bestehenden Windows 10 Systemen, zur Nutzung von Office-Produkten und möglichem Ersatz durch freie Bürosoftware. Zudem wollen die Sozialdemokraten die Verwaltung auffordern, erste Gespräch zu Fachverfahren mit der OWL-IT und Kommunen zu führen, die bereits umgestellt haben. „Anders als in NRW hat die CDU-geführte Landesregierung Schleswig-Holstein den Beschluss gefasst, die Landes-IT auf openSource umzustellen. Daher ist Schleswig-Holstein, neben dem Bundesministerium für Digitales, wichtiger Ansprechpartner für eine umfassende Neuorientierung der IT.“ Der Prüfauftrag beziehe sich zwar auf die kommunale IT-Infrastruktur, aber für die Kreiskommunen wie auch für den Kreisverwaltung könnten sich daraus vielleicht Impulse in Bezug auf Kostensenkungen und Unabhängigkeit ergeben, so Koch abschließend.
Hier finden Sie unseren Antrag zum Thema.
